Ein zartes Klingen ertönte, als das kleine Mädchen gegen den Traumfänger stupste und kleine Perlen, glitzernde Kugeln -jede davon ein Traum- in der schwarzen Flüssigkeit auf dem Boden verschwanden. Dort lösten sich die Kugeln auf und verschmolzen im Saft des Lebens, der hier alles bedeckte. Darin wurzelten die Sternenbäume. Große knorrige Bäume mit ausladenden Kronen, an denen Früchte in Sternform wuchsen, die die grenzenlose Dunkelheit dieses Ortes erhellten. Das Mädchen selbst schien mit der Dunkelheit des Ortes verschmolzen zu sein und nur der Leuchtende Kapuzenumhang ließ ihre Konturen erkennen.
Ein weiteres Mal stieß sie gegen den Traumfänger, der über und über mit den glitzernden Perlen bedeckt war und weitere Kugeln lösten sich, um mit leisem Platschen zu Boden zu fallen. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, um den Traumfänger richtig greifen zu können, um alle Perlen abzuschütteln. Denn wenn ein Traumfänger erst einmal voll war, konnten auch keine guten Träume mehr hindurchgelangen.
Schnell trat sie einen hüpfenden Schritt zurück, um ihr Werk zu betrachten. Die eingewebten Sterne im Traumfänger funkelten ihr dankend entgegen und schmiegten sich weiter in die vielen Federn, die das ganze Objekt im sanften Wind wehen ließen. Zufrieden wandte sie sich ab und dem nächsten Traumfänger zu, der in der massigen Baumkrone neben all den unzähligen anderen hing. Diese Nacht würde sie den ganzen Baum leeren, damit überall die schönen Träume verblieben. Denn irgendwann muss jeder Traumfänger einmal geleert werden und genau das war ihre Aufgabe und diese liebte sie.

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